Ladschreiben zur einem großen Schützenfest in Schwabach 1555 (Faksimile, Stadtarchiv Schwabach VIII.1.22)
Erstmals schriftlich erwähnt sind die Schwabacher Schützen im Zusammenhang
mit einem Kriegszug der Ansbacher Markgräfin Elisabeth im Jahr 1411. Jedoch auch
sportliche Betätigung ist bald überliefert. So finden sich im Stadtarchiv Kitzingen zwei
Ladschreiben aus den Jahren 1555 und 1566 zu Schützenfesten in Schwabach.
Ihre Ordnungs- und Militäraufgaben verloren
die Schützen gänzlich, als 1807 im Königreich Bayern
eine neue Wehrverfassung entstand und die Landwehr gebildet wurde. Die
Schützen konnten sich somit ausschließlich auf ihren Sport konzentrieren,
den sie bis heute erfolgreich ausüben. So haben sie sich zeitweise
für die zweite Bundesliga (offizieller Name "Regionalliga Süd")
qualifiziert und erzielten regelmäßig vordere Plätze
Landes- und Deutschen Meisterschaften.
Durch die Anerkennung der bayerischen Allgemeinen Schützenordnung
1868 aber auch durch ein seit 1530 überliefertes landesherrliches Privileg in Form
jährlicher Zahlungen - "Schützenvorteil" genannt - erwarben sie das Recht, sich
Privilegierte Feuerschützengesellschaft zu nennen haben seither im Unterschied zu
Vereinen den Status einer Korporation.
Ehemaliges Schießhaus in der Nördlichen Ringstraße (Zeichn. v. J. Kleiniger Stadtarchiv Schwabach II.83))
Das Schießhaus in der Schützenstraße wurde 1875 errichtet. Zuvor
residierten sie in der Nähe der heute als "Kasernschulhaus" bekannten ehemaligen
markgräflichen Kattunfabrik an der Penzendorfer Straße. Nach
den Standortwechseln der früheren Jahrhunderte werden heute auf dem bestehenden Gelände
moderne Stände errichtet. Obwohl sie sich in der Weimarer Zeit und der NS-Zeit
weitgehend politisch neutral verhielten, erlebte das Schützenwesen in der Stadt 1945
einen kurzzeitigen Bruch seiner Tradition, denn zur Entmilitarisierung Deutschlands
nach dem 2. Weltkrieg wurde u.a. die Ausübung des Schießsports generell verboten und
alle Waffen mußten abgegeben werden. Doch bereits 1947 konnte erreicht werden, daß
unter dem Namen "Armbrust-Schützengilde Schwabach" eine Rechtsnachfolgerin gebildet
wurde. Der Beitritt zum Bayerischen Sportschützenbund und die Annahme des alten Namens
1951 markieren die Endpunkte bei der Normalisierung der Verhältnisse.
Die wichtigsten Ereignisse in der jüngeren
Zeit sind der Beitritt des Schützenvereins "Gartenlaube", die Gründung
der heute sportlich so erfolgreichen Pistolenabteilung vor über 30
Jahren sowie das Entstehen einer Bogenabteilung, die ebenfalls bereits
zahlreiche Erfolge erzielen konnte. Durch die Fortentwicklung auf sportlichem
Gebiet sowie durch Errichtung moderner Schießanlagen
(Anfang Mai 2001 konnte eine 25m- und eine 50m-Anlage eröffnet werden)
erscheint die Wahrung der mittlerweile nahezu 600jährigen Tradition
des Schwabacher Schützenwesen für die Zukunft gesichert.
• Text von Wolfgang Dippert •